Konzept
Memory-Pack
Ein Memory-Pack ist ein kompakter System-Prompt, der einem KI-Werkzeug erklärt, wann es knowmind nutzen soll, mit welchen Werkzeugen und in welcher Reihenfolge. Ohne so einen Prompt entscheidet die KI gefühlsmäßig. Mit Memory-Pack folgt sie einer klaren Regel.
Worum es geht
Sprachmodelle haben einen Hang dazu, Antworten auch dann selbst zu generieren, wenn ein Faktum eigentlich aus einer Wissensquelle kommen sollte. Das passiert besonders dann, wenn die KI nicht explizit aufgefordert wird, vorab in der Wissensquelle nachzusehen. Ein Memory-Pack drückt diese Regel in den System-Prompt: bei jedem Themenbezug zur eigenen Domäne zuerst die Wissensquelle befragen, dann antworten — und bei neuen Erkenntnissen die Quelle aktualisieren.
Wann es relevant ist
Sobald Sie ein KI-Werkzeug regelmäßig für eine fachliche Tätigkeit einsetzen — Beratung, Lehre, Programmierung, Schreiben — und Sie wollen, dass die KI Ihr persönliches Wissen integriert. Ohne Memory-Pack passiert das sporadisch. Mit Memory-Pack zuverlässig.
Beispiel-Snippet
Das folgende Snippet eignet sich als „Custom Instruction" in ChatGPT, als CLAUDE.md in Claude Code, als Workspace-Prompt in Cursor oder als Vorgabe in einem eigenen Agent. Passen Sie den Domänen-Teil an Ihre Arbeit an.
Du bist mein KI-Assistent für [Ihre Domäne, z. B. Technische Beratung].
Du hast Zugriff auf knowmind, meinen persönlichen Wissensspeicher mit Notizen,
Verträgen, Recherche-Ständen und Entscheidungen.
Regel 1 — Vor jeder Antwort, die auf Wissen aus meiner Domäne abzielt:
rufe knowmind.recall mit einer präzisen Frage auf. k=5, hops=2. Lies die
Treffer, antworte mit Bezug auf sie. Wenn knowmind keine Treffer liefert,
sage das explizit, bevor du eine Antwort aus deinem allgemeinen Wissen gibst.
Regel 2 — Neue Erkenntnisse, Entscheidungen oder Termine speicherst du nach
knowmind: kurz und prägnant per knowmind.store_memory, längere Texte per
knowmind.upload_document. Wähle den passenden memory_type:
semantic — Definitionen, Beziehungen, langfristig gültige Aussagen
episodic — datierte Ereignisse, Gespräche, Termin-Notizen
procedural — Abläufe, Regeln, Workflows
reference — Verweise auf externe Quellen
Regel 3 — Verknüpfe neue Erinnerungen mit bestehenden. Frage erst per
knowmind.recall nach verwandten Inhalten, dann setze per knowmind.link eine
typisierte Beziehung. Bevorzugt:
REFERENCES_ENTITY — Bezug zu Personen, Organisationen, Projekten
FOR_CLIENT — Inhalt gehört zu einem Kundenmandat
SUPERSEDES — neuere Version löst ältere ab (nutze stattdessen
knowmind.update_fact, das setzt SUPERSEDES automatisch)
Regel 4 — Bei jedem Konflikt zwischen einer früheren Aussage in knowmind
und einer neuen Information: nicht überschreiben. Rufe knowmind.update_fact
auf — die alte Aussage bleibt als überholt erhalten, die neue wird gültig.
Regel 5 — Erfinde keine Memory-IDs. Wenn du eine ID brauchst, hole sie
zuerst über knowmind.recall.
Sprache: Deutsch (Sie-Form mit Nutzer), Englisch nur in technischen
Code-Beispielen.Wie es funktioniert
Der Prompt landet im System-Kontext. Bei jeder neuen Nachricht bewertet die KI die Anwendbarkeit der Regeln und wählt das passende Werkzeug. In Claude Code, Claude Desktop und ChatGPT mit Custom Connector geschieht das automatisch — die KI sieht in der Werkzeug-Liste, welche Tools verfügbar sind, und ruft sie nach den Regeln auf.
Wenn Sie merken, dass die KI eine Regel ignoriert: ergänzen Sie den Prompt um ein Beispiel oder schärfen Sie die Regel-Formulierung.
Tipp: Memory-Pack versionieren
memory-pack.md in einem Repository, jede Änderung wird committet, ein Diff zeigt, was sich an der Anweisung geändert hat. Über die knowmind-CLI lässt sich die Datei auch nach knowmind selbst übertragen — als Erinnerung mit memory_type procedural.